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KI IN DER PRAXIS 4. September 2026 3 MIN. LESEZEIT

KI-Text im Schriftsatz: 5 Punkte, die Sie vorher prüfen

In Mata v. Avianca (S.D.N.Y., Juni 2023) wurden Anwälte wegen Fundstellen sanktioniert, die ein Sprachmodell erfunden hatte. Schutz bietet ein fester Prüfablauf.

Sprachmodelle schreiben flüssige, selbstsichere Texte, die manchmal eine Welt beschreiben, die es nicht gibt. Im Schriftsatz wird das zum berufsrechtlichen Problem, wie Mata v. Avianca (S.D.N.Y., 2023) gezeigt hat.

Das Risiko ist konkret, also kann es die Prüfung auch sein

Das Problem liegt darin, dass ein Sprachmodell nicht unterscheiden kann, ob es sich an etwas erinnert oder etwas konstruiert, das in die Form der Antwort passt. Beides kommt im selben selbstsicheren Ton heraus.

In Mata v. Avianca reichten Anwälte vor dem Bundesgericht für den Southern District of New York einen Schriftsatz mit Entscheidungen ein, die ChatGPT erfunden hatte, und wurden im Juni 2023 sanktioniert. In Deutschland kennt das Gericht das Recht selbst, eine erfundene Fundstelle fällt dort also eher auf. Gefährlicher ist der Tatsachenvortrag: Für ihn gilt die Wahrheitspflicht des § 138 Abs. 1 ZPO, und er stützt sich auf Anlagen, die das Gericht nicht von sich aus kennt.

Sinnvoll ist deshalb die Prüfung, ob sich jede Tatsachenbehauptung auf ein Dokument zurückführen lässt, das Sie öffnen können. Fünf Durchgänge, in dieser Reihenfolge, und mit etwas Übung werden sie schneller.

1. Jede Behauptung nennt eine Quelle

Nehmen Sie jeden Satz, der eine Tatsache behauptet, und fragen Sie, worauf er verweist. Ein Absatz ohne Quelle ist eine Hypothese. Geben Sie ihn zurück oder streichen Sie ihn.

Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Werkzeug die Quellen schon beim Schreiben zuordnet, statt anzubieten, sie nachträglich zu suchen. Nachträglich ergänzte Fundstellen landen beim nächstbesten Dokument, und das ist etwas anderes als die Stelle, aus der die Behauptung stammt.

2. Die Quelle öffnen, nicht der Bezeichnung trauen

Eine Fundstelle, die richtig aussieht, ist noch keine richtige Fundstelle. Öffnen Sie das Dokument. Prüfen Sie, ob es existiert, ob es sagt, was der Absatz ihm zuschreibt, und ob es das Dokument ist, das Sie meinen, und nicht ein ähnliches.

Bei Material aus der Akte macht eine Prüfsumme das einfach: dasselbe Dokument, nachweisbar unverändert seit seiner Aufnahme in die Akte. Bei zitierter Rechtsprechung und Literatur gibt es keine Abkürzung. Schlagen Sie sie nach.

3. Zitate sind wörtlich, oder sie sind keine Zitate

Prüfen Sie zitierten Text Zeichen für Zeichen gegen das Original. Sprachmodelle formulieren um und behalten dabei die Anführungszeichen. Das ist der gefährlichste Fehler auf dieser Liste, weil er bei flüchtiger Durchsicht nicht auffällt.

Eine verwandte Falle bei mehrsprachigen Akten: Ein Zitat, das in die Sprache des Schriftsatzes übersetzt wurde, ist kein Zitat mehr. Die Gerichtssprache ist Deutsch (§ 184 GVG), fremdsprachige Anlagen brauchen also oft ohnehin eine Übersetzung. Zitieren Sie das Original und stellen Sie die Übersetzung daneben.

4. Daten und Zahlen, jede einzeln

Daten verschieben sich. Beträge werden gerundet, vertauscht oder der falschen Partei zugeordnet. Genau diese Fehler findet die Gegenseite besonders gern, und sie lassen sich schnell an der Quelle prüfen, die Sie seit Schritt zwei ohnehin geöffnet haben.

5. Streichen, was niemand verlangt hat

Sprachmodelle füllen Raum. Bitten Sie um eine Zusammenfassung von drei Dokumenten, bekommen Sie vielleicht einen vierten Punkt, der gut klingt und auf nichts beruht. Was sich in Schritt eins nicht auf ein Dokument zurückführen ließ, wird gestrichen, so gut es auch klingt.

Die Prüfung gehört ins Werkzeug

Ein Ablauf, der darauf baut, dass jemand spät am Abend an die Sorgfalt denkt, wird irgendwann übersprungen.

Legalnaut ordnet jeder erzeugten Aussage ihre Quelle zu und kennzeichnet KI-Entwürfe als „Arbeitsentwurf“, der anwaltlich zu prüfen ist. Eine Behauptung ohne Beleg fällt so sofort auf, und nichts verlässt das System als fertiges Arbeitsergebnis. Die Prüfung bleibt Sache des Anwalts. Neu ist, dass das Material für die Prüfung bereits zugeordnet ist.

Behauptungen, die Schritt eins bestehen, widersprechen manchmal anderen Dokumenten der Akte. Was Sie damit tun, beschreibt Widersprüche in Zeugenaussagen finden.

Konto erstellen und einen KI-Entwurf gegen die Dokumente prüfen, auf die er sich beruft. Keine Kreditkarte nötig.

Legalnaut stellt jede Aussage neben die Dokumente, die ihr widersprechen. Beide Fundstellen öffnen Sie mit einem Klick auf der richtigen Seite. Sehen Sie sich die Widersprüche im Demo-Mandat an, ohne Registrierung, oder testen Sie Legalnaut 14 Tage kostenlos mit Ihrer eigenen Akte.