Privilege Review
Privilege Review ist die Prüfung, ob sich unter den Dokumenten, die im angloamerikanischen Prozess an die Gegenseite herausgegeben werden, geschützte Korrespondenz mit Anwälten befindet.
Der Schritt gehört zur Offenlegungspflicht des Common Law. Ein versehentlich herausgegebenes geschütztes Dokument lässt sich oft nicht mehr zurückholen; deshalb ist die Prüfung langsam und bleibt eine Entscheidung von Menschen, nicht von Software.
In Deutschland stellt sich die Frage anders, aber nicht weniger ernst. Die Korrespondenz zwischen Mandant und Anwalt unterliegt der anwaltlichen Verschwiegenheit (§ 43a Abs. 2 BRAO) und darf nicht aus Versehen in eine Anlage geraten, etwa als Teil eines ausgedruckten E-Mail-Verlaufs.
Software hilft, den Stapel zu verkleinern: Sie markiert Korrespondenz mit Anwälten, gruppiert nach Absender und zeigt fast identische Kopien, sodass eine Entscheidung eine ganze Gruppe von Dokumenten abdeckt. Die Entscheidung selbst trifft ein Anwalt.
Siehe auch: E-Discovery, Schwärzung
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